Fairness – Wissenschaft in 60 Sekunden

Diese Woche möchten wir uns mit dem Thema “Fairness” befassen:

Häufig machen wir Personalauswahlentscheidungen nicht nur an rationalen Kriterien fest, sondern ziehen unbewusst auch andere Faktoren hinzu. 

Als ein Beispiel dafür zeigten Kutcher und Bragger (2004), dass das Körpergewicht der Bewerber*innen einen Einfluss auf eingeschätzte Qualifikationen haben kann, auch wenn alle anderen Faktoren identisch sind.

Besonders im unstrukturierten Interview wurden Bewerber*innen mit Übergewicht (im Vergleich zu Normalgewicht) als signifikant weniger qualifiziert eingeschätzt (p < .05).
Diese Diskriminierung konnte bereits durch eine Teilstrukturierung des Prozesses (nur Interviewleitfaden, keine festen Bewertungskriterien) verringert werden. 

Bei Durchführung eines vollstrukturierten Interviews ließen sich sogar keine signifikanten Unterschiede in der wahrgenommenen Eignung mehr finden. Die Unterschiede in Abhängigkeit vom Körpergewicht wurden also umso kleiner, je strukturierter das Interview war.

Daraus folgt: Auch wenn wir uns nicht zu 100% gegen unbewusste Entscheidung Einflüsse absichern können, hilft eine Strukturierung durch Interviewleitfäden und feste Bewertungskriterien zu einer deutlich besseren Bewertung.

Tl;dr: Mehr Strukturierung = Mehr Fairness!

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