Emily Klöber

26 März 2025

Arbeitsproben – Ein wertvolles Instrument der Personalauswahl

“Im nächsten Schritt laden wir Sie zu einer Arbeitsprobe ein!“ – diese Aufforderung begegnet vielen Bewerber*innen im Laufe ihres Berufslebens. Doch was genau steckt hinter einer Arbeitsprobe? Wie unterscheidet sie sich vom Probearbeiten, das häufig ebenfalls Teil des Auswahlprozesses ist? Und vor allem: Wie lassen sich Arbeitsproben gezielt und fair nutzen, um die tatsächliche Eignung von Kandidat*innen zu beurteilen?

Dieser Beitrag gibt einen strukturierten Überblick.

Inhalt

Unterschied zwischen Arbeitsproben und Probearbeiten

Obwohl die Begriffe häufig synonym verwendet werden, unterscheiden sich Arbeitsproben und Probearbeiten deutlich:

  • Arbeitsproben sind klar definierte Aufgaben, die Bewerber*innen innerhalb eines bestimmten Zeitraums bearbeiten. Ein Beispiel ist ein*e Webdesigner*in, der*die ein bestimmtes Element für eine Website gestalten soll. Hier handelt es sich also um eine Arbeitssimulation.
  • Probearbeiten findet im realen Betrieb statt und umfasst meist echte Arbeitsaufgaben im laufenden Arbeitsalltag. Ein Beispiel ist eine Servicekraft in der Gastronomie, die zeigen soll, dass sie einen guten Umgang mit Kund*innen pflegt und Tabletts sicher tragen kann. Hierbei handelt es sich also um tatsächliche Arbeit
  • Davon abzugrenzen sind Probezeit (zeitlich verlängerte Erprobung nach Einstellung) sowie körperliche oder sportliche Leistungstests, die reale Arbeitsbelastungen standardisiert abprüfen (z. B. bei Polizei oder Feuerwehr).

Beide Instrumente verfolgen das gleiche Ziel: die berufliche Eignung möglichst realistisch zu beurteilen – unterscheiden sich jedoch in Form, Dauer und Nähe zum Arbeitsalltag.

Eine Grafik, die die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Arbeitsproben und Probearbeiten erklärt. Arbeitsproben sind realistische Aufgaben unter kontrollierten Bedingungen, die fachliche Eignung und Kompetenzen testen, mit einem mittleren bis hohen Realitätsgrad und einer kurzen Dauer von einigen Stunden. Probearbeiten beinhalten Arbeit direkt im Betrieb an realen Aufgaben, ermöglichen maximale Beobachtung der Arbeitsleistung, haben einen sehr hohen Realitätsgrad und dauern Stunden bis 1 bis 2 Tage. Beide sind wirkungsvolle Instrumente der Personalauswahl.

Probearbeiten

Definition und Einsatzbereiche

Probearbeiten bezeichnet die Mitarbeit im laufenden Betrieb an echten Arbeitsaufgaben. Kandidat*innen erleben den Arbeitsalltag unmittelbar und Unternehmen können die tatsächliche Leistung im laufenden Tagesgeschäft beobachten.

Dadurch entsteht der höchstmögliche Realitätsbezug und Personalverantwortliche können Arbeitsverhalten, Leistungsfähigkeit und soziale Interaktion unmittelbar beobachten. Für Kandidat*innen wiederum bietet sich ein besonders authentischer Einblick in Tätigkeit, Team und Organisation.

Im weiteren Sinne kann auch die Probezeit als verlängerte Form des Probearbeitens verstanden werden. Sie findet jedoch erst nach der Einstellung statt und dient dazu, die Leistung langfristig im Arbeitsalltag zu überprüfen. Im Unterschied dazu ist Probearbeiten vor der Einstellung angesiedelt und deutlich kürzer.

Nutzen für Kandidat*innen und Unternehmen

Probearbeiten ist mit einem hohen organisatorischen und zeitlichen Aufwand verbunden. Umso wichtiger ist eine gute Vorauswahl der Kandidat*innen. Besonders sinnvoll ist Probearbeiten daher in späteren Phasen des Auswahlprozesses oder bei Berufen mit stark praxisgeprägten Anforderungen, etwa in der Gastronomie oder im Handwerk.

Für Kandidat*innen:

  • realistischer Einblick in Tätigkeit, Team und Unternehmen

Für Unternehmen:

  • Beobachtung der Leistung unter realen Bedingungen
  • Einschätzung von Arbeitsweise, Sozialverhalten und Passung

Probearbeiten schafft somit eine hohe Transparenz für beide Seiten.

Arbeitsproben

Definition und Charakteristika

Arbeitsproben sind Aufgaben, die direkt (High-Fidelity-Aufgaben) oder indirekt (Low-Fidelity-Aufgaben) mit der späteren Tätigkeit zusammenhängen. Ziel ist es, Kompetenzen zu testen, die für die ausgeschriebene Position relevant sind. Sie simulieren die tatsächliche Arbeitsleistung und ermöglichen eine realistische Bewertung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im beruflichen Kontext. 

Gleichzeitig machen Arbeitsproben für Kandidat*innen transparent, welche Anforderungen sie im späteren Job erwarten. Sie können einschätzen, ob sie sich den beruflichen Anforderungen gewachsen fühlen, ob sie unter- oder überfordert wären und ob ihnen die Tätigkeit langfristig Freude bereiten würde. Dadurch werden Fehlentscheidungen auf beiden Seiten reduziert.

Arten von Arbeitsproben: Low-Fidelity und High-Fidelity

Arbeitsproben lassen sich in zwei Kategorien einteilen, abhängig von ihrer Nähe zur tatsächlichen zukünftigen Tätigkeit:

Low-Fidelity-Aufgaben

  • Abstraktere Aufgaben mit geringerer Nähe zur realen Arbeit
  • Keine direkte Arbeitsaufgabe
  • Ziel ist es, berufsrelevante Fähigkeiten zu beobachten
  • Beispiel: Rollenspiele für Führungspositionen

High-Fidelity-Aufgaben

  • Konkrete, realitätsnahe Aufgaben
  • Direkter Bezug zur späteren Tätigkeit
  • Stark standardisiert und dadurch besonders fair
  • Beispiel: Verfassen eines Briefes für eine Büroassistenz
Eine Grafik, die den Unterschied zwischen Low-Fidelity-Aufgaben und High-Fidelity-Aufgaben zeigt. Low-Fidelity-Aufgaben umfassen Rollenspiele und situative Entscheidungsaufgaben. Diese Aufgaben sind abstrakt und fokussieren auf übergreifende Kompetenzen. High-Fidelity-Aufgaben umfassen das Schreiben von Briefen und technische Schaltungen und sind praxisnah mit direktem Bezug zum Job. Ein Pfeilmuster verbindet die verschiedenen Aufgabenarten.

Vorteile & Nachteile von Arbeitsproben

Ein besonderer Mehrwert von Arbeitsproben liegt in ihrer hohen prognostischen Stärke: Je näher eine Aufgabe an der tatsächlichen Tätigkeit liegt, desto besser lässt sich die spätere Arbeitsleistung vorhersagen.

Darüber hinaus fördern Arbeitsproben die Selbstselektion. Kandidat*innen können besser beurteilen, ob die Aufgaben zu ihren Fähigkeiten passen, diese zu leicht oder zu anspruchsvoll wären und ob ihnen die Arbeit auf Dauer Spaß machen könnte.

Arbeitsproben bieten also eine objektivere und realistischere Grundlage zur Beurteilung von Kandidat*innen als unstrukturierte Auswahlmethoden. Sie ermöglichen es, Kompetenzen direkt in Aktion zu beobachten und weisen eine gute Validität vonr = .33 auf (Sackett et al., 2021). Dadurch eignen sie sich besonders, um tatsächliche Arbeitsleistung statt bloßer Selbsteinschätzung zu bewerten. Hier sind noch einmal die Vorteile von Arbeitsproben kurz zusammengefasst:

Vorteile

  • Arbeitsproben geben einen direkten Einblick in berufsrelevante Fähigkeiten und Qualifikationen der Kandidat*innen.
  • Sie ermöglichen eine ergänzende Interpretation der Ergebnisse anderer Auswahlverfahren, z. B. von Persönlichkeitsfragebögen.
  • Arbeitsproben ermöglichen Kandidat*innen, ihre Fähigkeiten praktisch unter Beweis zu stellen und sich ein realistisches Bild von der zukünftigen Tätigkeit zu machen.
  • Arbeitsproben ermöglichen Quereinsteiger*innen, durch tatsächliche Leistung unabhängig vom Lebenslauf zu überzeugen.
  • Standardisiert durchgeführt fördern Arbeitsproben die Fairness des Auswahlprozesses, indem allen Kandidat*innen die gleichen Aufgaben und Anforderungen gestellt werden.

Trotz aller Vorteile bringen Arbeitsproben jedoch auch ein paar Nachteile mit sich.

Nachteile

  • Die Entwicklung, Durchführung und Auswertung sind zeit- und ressourcenintensiv. 
  • Sie erfassen primär aktuelle arbeitsbezogene Leistungen und weniger andere relevante Kompetenzbereiche (z. B. soziale Fähigkeiten).
  • Arbeitsproben setzen häufig berufsspezifische Vorkenntnisse voraus, sofern sie nicht sehr einfach und damit niedrigschwellig gehalten sind.
  • Für Berufsanfänger*innen oder Quereinsteiger*innen können Arbeitsproben nur eingeschränkt geeignet sein, wenn sie auf bereits vorhandene Berufserfahrung abzielen.
  • Bei unklarer Abgrenzung zur tatsächlichen Arbeitsleistung besteht das Risiko unbezahlter Mehrarbeit für die Kandidat*innen, insbesondere wenn Arbeitsproben umfangreich oder produktiv verwertbar gestaltet sind.

Wie erstellt man sinnvolle Arbeitsproben?

Die Erstellung sinnvoller Arbeitsproben folgt einem strukturierten Vorgehen, das sicherstellen soll, dass Kompetenzen realitätsnah, objektiv und vergleichbar erfasst werden. So kann die Eignung der Kandidat*innen fundiert beurteilt werden.

Da es in der Praxis selten möglich ist, alle Aufgaben eines Berufsbildes in einer Arbeitsprobe abzubilden, sollte der Fokus auf den Tätigkeiten liegen, die für den späteren Arbeitsalltag besonders typisch und relevant sind. Zusätzlich können gezielt einzelne Übungen integriert werden, die den Umgang mit herausfordernden oder kritischen Arbeitssituationen prüfen.

Die folgenden Schritte zeigen, wie eine professionelle Arbeitsprobe aufgebaut werden kann.

  1. Festlegung relevanter Kompetenzen
    Zu Beginn steht die Frage: Welche Fähigkeiten sollen beobachtet werden?
    Dazu empfiehlt es sich, drei bis fünf zentrale Qualifikationen aus der Stellenbeschreibung auszuwählen, die später im Arbeitsalltag entscheidend sind. Diese sollten die Kernanforderungen der Position widerspiegeln und sich klar beobachten lassen. 
    Je präziser die Kompetenzen definiert sind, desto gezielter kann die Arbeitsprobe gestaltet werden.

Beispiele:

  • Für eine Marketingstelle: Textkompetenz, Kreativität, Analysefähigkeit, zielgruppenorientiertes Denken
  • Für einen IT-Job: Fehleranalyse, Problemlösung, Coding-Kenntnisse, Sicherheitsbewusstsein
  1. Definition einer typischen Arbeitsaufgabe
    Im nächsten Schritt wird eine Aufgabe entwickelt, die eine realistische und repräsentative Situation des späteren Arbeitsalltags abbildet. Sie sollte die Komplexität der Position widerspiegeln und weder unter- noch überfordern.
    Wichtig ist, dass die Aufgabe konkret formuliert wird und genug Raum lässt, um die ausgewählten Kompetenzen in Aktion zu beobachten.

Beispiele:

  • Marketing: „Erstellen Sie einen kurzen Social-Media-Beitrag zu Thema X für unsere Zielgruppe Y.“
  • Softwareentwicklung: „Debuggen Sie den beigefügten Codeausschnitt und erklären Sie die Ursache des Fehlers.“
  1. Berücksichtigung realistischer Rahmenbedingungen
    In die Arbeitsprobe sollten realistische Rahmenbedingungen einfließen, ähnlich wie in der tatsächlichen Arbeitsumgebung. Dies erhöht die Praxisnähe und ermöglicht eine bessere Einschätzung, wie Kandidat*innen mit realen Arbeitsbedingungen umgehen. Dazu gehören:
  • Zeitlimits (z. B. 2 Stunden für eine Programmieraufgabe)
  • Verfügbare Ressourcen (Templates, Daten, Tools, Unternehmensleitlinien)
  • Relevante Informationen (Kund*innendaten, interne Richtlinien, Fallbeispiele)

Beispiel:

Ein*e Grafikdesigner*in erhält dieselben Markenrichtlinien wie das aktuelle Team – Farben, Schriften, Tonalität. So kann beurteilt werden, ob die Person mit bestehenden Standards umgehen kann.

  1. Entwicklung klarer Bewertungskriterien
    Eine gute Arbeitsprobe steht und fällt mit transparenten Kriterien, anhand derer die Leistung bewertet wird. Sie sollten vorher definiert und für alle Kandidat*innen identisch angewendet werden. Klare Kriterien erhöhen somit die Objektivität und Vergleichbarkeit zwischen allen Kandidat*innen.
    Typische Bewertungskriterien können sein:
  • Qualität (fachliche Richtigkeit, Sorgfalt, Einhaltung von Vorgaben)
  • Effizienz (Zeitmanagement, Struktur)
  • Kreativität / Problemlösefähigkeit
  • Kommunikation / Verständlichkeit

Beispiel:

Bei einer Schreibaufgabe könnten die Kriterien sein:

  • Sprachqualität (40 %)
  • Zielgruppenorientierung (30 %)
  • Struktur und Verständlichkeit (30 %)
  1. Erläuterung der Vorgehensweise durch die Kandidat*innen
    Am Ende sollten die Kandidat*innen gebeten werden, ihre Denkprozesse, Entscheidungen und Herangehensweisen zu erklären. Dies kann schriftlich oder in einem kurzen Gespräch erfolgen. Warum ist das wichtig?
  • Man erkennt logisches Vorgehen, Priorisierung und Entscheidungsverhalten.
  • Man sieht, ob Fehlentscheidungen reflektiert wurden.
  • Die Einblicke helfen einzuschätzen, ob jemand ins Team und zur Arbeitsweise des Unternehmens passt.

Beispiel:

Ein*e Entwickler*in erklärt, warum er oder sie einen bestimmten Lösungsweg gewählt hat und welche Alternativen er oder sie erwogen hat. Dadurch wird sichtbar, wie strukturiert und nachhaltig die Person Probleme angeht.

Eine Grafik beschreibt fünf Schritte zur effektiven Personalauswahl. Die Schritte sind durch einen gestrichelten Pfad verbunden. Der erste Schritt lautet: "Festlegung relevanter Kompetenzen - Drei bis fünf zentrale Qualifikationen". Der zweite Schritt lautet: "Definition einer typischen Arbeitsaufgabe - Realistische und repräsentative Situation". Der dritte Schritt lautet: "Berücksichtigung realistischer Rahmenbedingungen - Ähnlich der tatsächlichen Arbeitsumgebung". Der vierte Schritt lautet: "Entwicklung klarer Bewertungskriterien - Transparente Kriterien für die Leistungsbeurteilung". Der letzte Schritt lautet: "Vorgehensweise der Kandidat:innen berücksichtigen - Denkprozesse und Entscheidungen erläutern". Jeder Schritt ist mit einem entsprechenden Icon dargestellt.

Anwendung von Arbeitsproben im Auswahlprozess

Bei der Durchführung von Arbeitsproben ist entscheidend, dass:

  • die Aufgaben realistisch und praxisnah sind,
  • der Bezug zur konkreten Stelle eindeutig ist,
  • der Zweck der Arbeitsprobe transparent kommuniziert wird,
  • die Bewertung standardisiert und idealerweise durch mehrere Personen erfolgt,
  • im Anschluss Feedback gegeben wird.

So wird sowohl die Qualität der Auswahlentscheidung als auch die Candidate Experience verbessert.

Kombination mit weiteren Auswahlverfahren

Arbeitsproben geben wertvolle Einblicke in die aktuellen Kompetenzen und die praktischen Fähigkeiten von Kandidat*innen, erfassen jedoch nicht alle relevanten Dimensionen beruflicher Eignung. Aspekte wie Motivation, Lern- und Anpassungsfähigkeit, Interessen oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale lassen sich mit dieser Methode nur eingeschränkt beurteilen. Um ein umfassendes Bild der Kandidat*innen zu gewinnen, ist daher die Kombination von Arbeitsproben mit weiteren diagnostischen Auswahlverfahren sinnvoll.

Besonders wirksam sind Arbeitsproben im Zusammenspiel mit:

  • Strukturierten Interviews, die standardisierte Fragen nutzen, um beruflich relevante Kompetenzen, Erfahrungen und Verhaltensweisen systematisch zu erfassen.
  • Kognitiven Leistungstests, die logisches Denken, Problemlösefähigkeit, Gedächtnisleistung oder analytische Fähigkeiten messen.
  • Persönlichkeits- und Motivationsdiagnostik, die individuelle Eigenschaften, Arbeitspräferenzen und Antriebsfaktoren beleuchten.
  • Assessment Centern, in denen mehrere Simulationen und Übungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Diese Methode kombiniert unterschiedliche Beobachtungsinstrumente und ermöglicht Mehrfachbeobachtungen, wodurch die Aussagekraft der Beurteilung deutlich erhöht wird.

Durch die gezielte Kombination verschiedener Methoden entsteht ein ganzheitliches Auswahlverfahren, das sowohl praktische Fertigkeiten als auch kognitive, soziale und persönliche Kompetenzen abbildet. So können Unternehmen fundierte, valide und faire Entscheidungen treffen, während Kandidat*innen ein umfassendes und realitätsnahes Bild der Anforderungen und ihrer eigenen Eignung erhalten.

Fazit

Arbeitsproben und Probearbeiten sind wirkungsvolle Instrumente der Personalauswahl, da sie reale oder realitätsnahe Arbeitsanforderungen abbilden. Sie ermöglichen Unternehmen, die tatsächliche Arbeitsleistung sowie die Eignung von Kandidat*innen direkt zu beobachten. Während Arbeitsproben strukturierte und standardisierte Aufgaben nutzen, um unter realistischen Bedingungen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Potenziale sichtbar zu machen, erlaubt Probearbeiten die Einschätzung des Verhaltens und der Leistung im betrieblichen Alltag. 

Arbeitsproben können in unterschiedlichen Formen gestaltet werden und reichen von Low-Fidelity-Aufgaben, die eher abstrakte Fähigkeiten prüfen, bis hin zu High-Fidelity-Aufgaben, die konkrete Tätigkeiten simulieren. Sie werden in zahlreichen Berufsfeldern eingesetzt – von kreativen über technische bis hin zu handwerklichen Bereichen.

Ein besonderer Vorteil von Arbeitsproben liegt in ihrer Fairness und Objektivität, da sie reale Arbeitsbedingungen widerspiegeln und eine direkte Beurteilung arbeitsrelevanter Kompetenzen ermöglichen. Für ihren erfolgreichen Einsatz sind klare Zielsetzungen, realistische und positionsbezogene Aufgaben, transparente Kommunikation sowie strukturierte Bewertungskriterien entscheidend. Ebenso wichtig ist konstruktives Feedback, das sowohl eine positive Candidate Experience unterstützt als auch die Weiterentwicklung der Kandidat*innen fördert.

Arbeitsproben helfen nicht nur Unternehmen, fundierte und praxisnahe Auswahlentscheidungen zu treffen, sondern ermöglichen auch den Kandidat*innen, sich informiert und bewusst für oder gegen eine Tätigkeit zu entscheiden. Richtig angewendet stellen sie eine wertvolle Ergänzung klassischer Auswahlverfahren in der Personalauswahl dar.

Alles rund um digitale Personalauswahl und -entwicklung findet ihr unter www.applysia.de.

Quellen:

Franczukowska, A. (2017). Arbeitsprobe und Situational-Judgment-Test. In D. E. Krause (Hrsg.), Personalauswahl (S. 181-196). Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-14567-5_8

Lievens, F. & Patterson, F. (2011). The validity and incremental validity of knowledge tests, low-fidelity simulations, and high-fidelity simulations for predicting job performance in advanced-level high-stakes selection. Journal of Applied Psychology, 96(5), 927–940. https://doi.org/10.1037/a0023496

Sackett, P. R., Zhang, C., Berry, C. M. & Lievens, F. (2021) Revisiting meta-analytic estimates of validity in personnel selection: Adressing systematic overcorrection for restriction of range. Journal of Applied Psychology 107(11), 2040–2068. https://doi.org/10.1037/apl0000994

Schmidt, F. L. & Hunter, J. E. (1998). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 85 years of research findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262–274. https://doi.org/10.1037/0033-2909.124.2.262

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