Wie wirkt sich der Strukturierungsgrad eines Interviews auf die Qualität aus?

In allen bedeutenden Meta-Analysen wurde die Strukturierung von Interviews als zentraler und wichtigster Einflussfaktor für die Validität (Vorhersagekraft) festgestellt. Aber wie genau wirkt sich der Grad der Strukturierung auf die Validität aus? Dieser Fragestellung haben sich Huffcutt und Kollegen in einer Studie gewidmet. 

Huffcutt und Kollegen fanden heraus, dass die Validität mit höherem Strukturierungsgrad stark steigt, also höhere Struktur = bessere Validität. ABER sie fanden auch heraus, dass sich die Validität zwischen hoher und vollständiger Strukturierung kaum noch unterscheidet. 

Dementsprechend ist es in Ordnung, den Interviewer*innen Spielraum in ihrer Herangehensweise zu erlauben (z. B. begrenztes Nachfragen), da dies sogar die Genauigkeit ihrer Bewertungen verbessern kann. 

Zudem stellten die Autoren heraus, dass es eine Grenze gibt, bis zu der das Interview strukturiert werden kann, bevor es zu einem unpersönlichen, mechanischen Prozess wird.

Also Struktur ist wichtig, aber gewisse Freiräume machen das Gespräch natürlicher und schaden auch nicht der Validität.

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Hier ein Link zur Originalquelle: 

Huffcutt, A. I., Culbertson, S. S., & Weyhrauch, W. S. (2014). Moving forward indirectly: Reanalyzing the validity of employment interviews with indirect range restriction methodology. International Journal of Selection and Assessment, 22(3), 297-309. https://doi.org/10.1111/ijsa.12078

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ijsa.12078?casa_token=d0yM0C9saqsAAAAA%3AcSgfyn1catwvYoB4uyvJSTtetlf-oKyRtKLT7gyI0mlkdOIEtoUkO-BNhMIivZSPu7X5JenUBBkKsI4

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