Mara Santidrián Korff

19 Juli 2022

Gütekriterien in der Personalauswahl: Der Standard für treffsicheres Recruiting

Bauchgefühl ist kein Auswahlkriterium und trotzdem entscheidet in der Praxis oft immer noch die Sympathie darüber, wer den Job bekommt. Wer sich im Recruiting darauf verlässt, riskiert unbewusste Vorurteile (Unconscious Bias) und verursacht dadurch Fehlbesetzungen.

Um Bewerber*innen fair, chancengleich und treffsicher zu beurteilen, braucht es methodische Standards statt Intuition. Das Fundament dafür bilden die wissenschaftlichen Gütekriterien der Personalauswahl.

Sie sind der strikte Qualitäts-Check für jedes Interview, jeden Fragebogen und jedes Assessment. Wenn HR-Tools und Verfahren diese Standards nicht erfüllen, messen sie schlichtweg das Falsche.

In diesem Beitrag klären wir, was hinter Objektivität, Reliabilität und Validität steckt, warum auch die oft vernachlässigten Nebengütekriterien unverzichtbar sind und wie du diese Gütekriterien direkt in deinen HR-Alltag integrierst, um wirklich die besten Talente zu identifizieren.

Inhalt

1. Warum sind Gütekriterien in der Eignungsdiagnostik so entscheidend?

Eignungstests oder Interviewleitfäden sind nur so gut wie die Ergebnisse, die sie liefern. Wer mit einem verzogenen Maßband misst, bekommt jedes Mal ein anderes Ergebnis. Genau dieses Problem verhindern methodische Standards.

Gütekriterien in der Eignungsdiagnostik sind kein abstraktes Konzept aus dem Psychologiestudium, sondern schützen gegen teure Fehlbesetzungen (Bad Hires) und beantworten die wichtigste Frage im Recruiting: 

“Messen wir hier eigentlich gerade das Richtige, und tun wir das auf eine faire Weise?”

Ihre Einhaltung ist aus drei konkreten Gründen für HR-Teams unverzichtbar:

  • Fundierte Vorhersagen: Nur wenn Auswahlverfahren nachweislich gültig (valide) sind, sagen sie den späteren Berufserfolg zuverlässiger voraus. Ansonsten bewertest du am Ende nur, wer sich im Gespräch am besten verkaufen kann, nicht, wer die eigentlichen Aufgaben am besten löst.
  • Systematische Fairness: Unstrukturierte Prozesse begünstigen Diskriminierung und somit „Similarity Bias“, bei denen unbewusst die Personen eingestellt werden, die den Interviewer*innen am ähnlichsten sind. Die strikte Anwendung der Gütekriterien zwingt dazu, alle Kandidat*innen nach denselben, objektiven Maßstäben zu bewerten. Das ist die Grundvoraussetzung für echte Diversität.
  • Rechtssicherheit: Spätestens wenn abgelehnte Bewerber*innen eine Entscheidung anzweifeln, etwa mit einer Klage nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) , musst du als Unternehmen belegen können, dass der Prozess sachlich begründet war. Ein verfahrenstechnisch sauberer Prozess liefert dir diese Nachvollziehbarkeit automatisch.

Kurz gesagt: Wer diese Kriterien konsequent anwendet, macht die Personalauswahl mess- und berechenbar.

2. Die Hauptgütekriterien: Das Fundament jedes Auswahlverfahrens

In der psychologischen Diagnostik gibt es drei unverhandelbare Kernmetriken, oft als die „Big Three“ bezeichnet: 

  1. Objektivität
  2. Reliabilität (Zuverlässigkeit) 
  3. Validität (Gültigkeit)

Sie bilden das absolute Fundament jeder professionellen Personalauswahl.

Diese Kriterien stehen nicht isoliert für sich, sondern bauen zwingend aufeinander auf. Ein Auswahlverfahren, das nicht objektiv durchgeführt wird, kann keine zuverlässigen (reliablen) Ergebnisse liefern. Und was nicht zuverlässig gemessen wird, verliert automatisch seine Gültigkeit (Validität). Werfen wir einen genaueren Blick auf diese drei Säulen und wie sie im Recruiting-Alltag funktionieren.

2.1 Objektivität: Unabhängigkeit der Ergebnisse

Ein Auswahlverfahren ist nur dann objektiv, wenn das Ergebnis völlig unabhängig davon ist, wer den Test durchführt oder das Interview leitet. Wenn Recruiter*in A und Fachbereichsleiter*in B dieselbe Person beurteilen, müssen sie theoretisch zwingend zum gleichen Ergebnis kommen. Ist das nicht der Fall, misst das Verfahren nicht die Eignung, sondern nur die persönliche Präferenz und Tagesform der Beobachtenden.

Um diese Unabhängigkeit zu garantieren, muss die Objektivität auf drei Ebenen greifen:

  • Durchführungsobjektivität: Alle Kandidat*innen bekommen exakt dieselben Rahmenbedingungen. Gleiche Interviewfragen, gleiche Zeitlimits bei Aufgaben, gleiche Instruktionen. Wer aus Sympathie im Gespräch unbewusst Hilfestellungen gibt oder mehr Zeit einräumt, zerstört die Objektivität sofort.
  • Auswertungsobjektivität: Die Antworten oder Testergebnisse werden nach einem standardisierten Schema bewertet, welches bereits vor der Durchführung des Verfahrens feststeht. Statt eines vagen „Fand ich gut“ braucht es klare Rating-Skalen (z. B. verhaltensverankerte Beurteilungsskalen), die definieren, wann eine Antwort exakt 1 oder 5 Punkte wert ist.
  • Interpretationsobjektivität: Aus dem gleichen Punktestand muss dieselbe Schlussfolgerung für die Einstellungsentscheidung gezogen werden. Ein Score von 80 % in einem Kompetenztest muss für alle Beteiligten dasselbe bedeuten. Vorab definierte Schwellenwerte verhindern, dass Ergebnisse im Nachhinein von Führungskräften „passend geredet“ werden.

Das Praxis-Beispiel: Das klassische, freie Vorstellungsgespräch („Erzählen Sie doch mal von sich…“) ist der absolute Endgegner der Objektivität. Die Themen driften ab, die Bewertung basiert auf reiner Sympathie und das Ergebnis ist oft willkürlich. Ein strukturierter, idealerweise digital unterstützter Prozess zwingt hingegen alle Beteiligten, strikt dieselben Bewertungskriterien anzuwenden. Das schützt aktiv vor Bias und macht objektive Gütekriterien im Recruiting-Alltag überhaupt erst greifbar.

2.2 Reliabilität: Die Messgenauigkeit des Verfahrens

Wenn die Objektivität sicherstellt, dass das Maßband beim Messen nicht schief gehalten wird, dann sorgt die Reliabilität (Zuverlässigkeit) dafür, dass das Maßband nicht aus Gummi ist. Ein Verfahren ist nur dann reliabel, wenn es bei wiederholter Anwendung unter gleichen Bedingungen auch die exakt gleichen Ergebnisse liefert.

Ein Eignungstest, der einer Person am Montag eine hohe Stressresistenz attestiert und am Freitag völlige Panikneigung bescheinigt, ist wertlos. Er misst nicht exakt und schwankt zu stark.


Der Reliabilitätskoeffizient

In der Diagnostik wird diese Messgenauigkeit mit dem sogenannten Reliabilitätskoeffizienten ausgedrückt. Der Wert liegt dabei immer zwischen 0 und 1.

  • Nahe 0: Das Testergebnis ist reiner Zufall.
  • Nahe 1: Das Verfahren misst extrem präzise und verlässlich.

Doch was ist ein „guter“ Wert? Die offizielle Qualitätsnorm DIN 33430 gibt hier bewusst keine starren Grenzwerte vor, da die nackte Zahl ohne Berücksichtigung anderer Kriterien und der zugrundeliegenden Studie wenig aussagekräftig ist.

Für die Betrachtung von einzelnen Kandidat*innen gilt jedoch der Grundsatz: Je höher die Zuverlässigkeit, desto besser. Sehr gute Werte liegen über 0.90, wobei je nach Tragweite der diagnostischen Entscheidung selbst eine solche Höhe noch zu wenig sein kann.

Wenn du externe Fragebögen oder kognitive Leistungstests für deine Personalauswahl einkaufst, solltest du immer nach diesem Wert fragen. Seriöse Anbieter legen diese Daten proaktiv offen.

Mehrere Indikatoren = höhere Zuverlässigkeit 

Wie aber erhöhst du die Reliabilität in deiner eigenen Personalauswahl? Die Antwort: Durch Redundanz. Ein Merkmal wie „Führungskompetenz“ lässt sich durch eine einzige Interviewfrage kaum zuverlässig messen. Das unterstreicht auch die offizielle DIN-Norm zur Eignungsdiagnostik: Sie fordert, dass für jedes Kriterium mehr als eine Übung (z. B. Rollenspiel, Fallstudie) vorgesehen sein sollte. Gleiches gilt für das Interview selbst, wo jede Kompetenz durch mehrere, gezielte Fragen abgedeckt werden muss.

Planst du diese methodische Vielfalt ein, verdichten sich die Hinweise. Das Ergebnis entsteht nicht mehr zufällig, sondern basiert auf einem klaren Muster.

Das Praxis-Werkzeug: Die Anforderungs-Übungs-Matrix

Um diese diagnostischen Vorgaben in die Tat umzusetzen und sicherzustellen, dass wichtige Kriterien mehrfach und methodisch sauber überprüft werden, arbeiten Profis mit einer Anforderungs-Übungs-Matrix. Sie visualisiert auf einen Blick, welches Merkmal in welcher Übung gemessen wird, gleichzeitig aber auch, wo es noch Lücken in der Messgenauigkeit gibt.

Ein Screenshot der Applysia Assessment Center Software zeigt eine Anforderungs-Übungs-Matrix. Diese listet verschiedene Kompetenzen wie Fachkompetenz, persönliche Kompetenzen und interpersonelle Kompetenzen auf. Für jede Kompetenz werden verschiedene Übungsformen wie Interview, Fallstudie, Präsentation und Rollensimulation sowie deren jeweilige Bewertungsanker angegeben. In der oberen linken Ecke ist das Applysia-Logo sichtbar.


2.3 Validität: Den tatsächlichen Berufserfolg vorhersagen

Die Validität (Gültigkeit) ist die absolute Königsdisziplin unter den Gütekriterien in der Personalauswahl. Ein Auswahlverfahren kann noch so objektiv ablaufen und extrem zuverlässig (reliabel) messen; Wenn es das Falsche misst, ist es für dein Recruiting wertlos.

Um wirklich den späteren Berufserfolg vorherzusagen, musst du in der HR-Praxis auf drei Ebenen der Validität achten:

  • Inhaltsvalidität: Spiegelt der Test die realen Aufgaben des Jobs wider? Wenn eine Copywriterin im Assessment-Center einen Text verfassen muss, ist das hochgradig inhaltsvalide. Das Verfahren hat eine logische, direkte Verbindung zum Berufsalltag.
  • Konstruktvalidität: Misst der Test wirklich das theoretische Merkmal, das er messen soll? Wenn du durch einen Fragebogen die Teamfähigkeit testen möchtest, die Fragen aber so offensichtlich formuliert sind, dass sofort klar ist, welche Antworten von dir erwartet werden, misst du nicht die tatsächliche Teamfähigkeit, sondern nur, wie gut sich die Kandidat*innen verstellen und anpassen können. Der Test verfehlt sein eigentliches Konstrukt.
  • Prognostische Validität (Kriteriumsvalidität): Das ist der heilige Gral. Sie verrät dir, ob ein starkes Testergebnis heute tatsächlich bedeutet, dass die Person in sechs Monaten eine hohe Leistung im Job abliefert. Stimmen die Ergebnisse des Auswahlverfahrens später mit der Vorgesetztenbewertung nach der Probezeit überein, hat dein Prozess eine hohe prognostische Validität.

Das Praxis-Beispiel: Die IT-Fachkraft

Angenommen, du suchst eine*n Backend-Entwickler*in. Das zentrale Kriterium im Anforderungsprofil ist logisch-analytisches Denken. Wenn du nun einen allgemeinen Intelligenztest einsetzt, der stark auf Sprachverständnis und Vokabular fokussiert ist, verfehlst du das Ziel. Die Ergebnisse werden dir nicht verraten, wie gut die Person Code strukturieren kann. Ein valider Ansatz wäre hier ein kognitiver Leistungstest, der numerische Intelligenz oder das Erkennen logischer Matrizen abfragt.

Validität bedeutet also, dass die Auswahlmethode zwingend zur Zielposition passen muss. Standard-Tests nach dem Gießkannenprinzip sind der sicherste Weg, um hervorragende Talente auszusortieren.

3. Die Nebengütekriterien: In der HR-Praxis oft unterschätzt

Die Hauptkriterien sind das wissenschaftliche Fundament. Aber was nützt dir der objektivste und valideste Test der Welt, wenn er dein HR-Budget sprengt oder reihenweise Top-Talente abschreckt? Genau hier kommen die Nebengütekriterien ins Spiel. Sie sind der Realitäts-Check für deine Prozesse und entscheiden darüber, ob ein Verfahren in der echten Arbeitswelt überhaupt praktikabel ist.

3.1 Ökonomie (Kosten-Nutzen-Faktor)

Ein Auswahlverfahren ist ökonomisch, wenn der Erkenntnisgewinn in einem gesunden Verhältnis zum zeitlichen und finanziellen Aufwand steht. Ein zweitägiges Assessment-Center mag hervorragende, valide Ergebnisse liefern, ist jedoch für eine Einstiegsposition im Kundenservice aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll.

Du musst bei jedem Tool abwägen: Wie viel Zeit kosten dich und dein Team die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung? Dieser Faktor ist ein starkes Argument für digitale Eignungsdiagnostik: Sie automatisiert zeitraubende Schritte und macht selbst komplexe, hochwertige Verfahren wirtschaftlich skalierbar.

3.2 Zumutbarkeit und Candidate Experience

Du kannst es dir schlichtweg nicht leisten, Talente durch übergriffige oder absurde Prozesse zu vergraulen. Ein Test ist zumutbar, wenn er die Kandidat*innen zeitlich und psychologisch nicht unverhältnismäßig belastet.

Ein unangekündigter, zweistündiger Stresstest mit intimen Persönlichkeitsfragen ist ein absoluter Killer für deine Candidate Experience. Zeige Respekt vor der Zeit und den Grenzen deiner Bewerber*innen. Die Daumenregel lautet: Je anstrengender und undurchsichtiger das Verfahren, desto höher ist die Abbruchquote der besten Leute.

3.3 Fairness und Unverfälschbarkeit

Fairness bedeutet, dass keine bestimmte Gruppe (z. B. aufgrund von Alter, Geschlecht, Neurodivergenz oder kulturellem Hintergrund) durch die bloße Art der Testung systematisch benachteiligt wird. Hier schlagen die Gütekriterien in der Personalauswahl die direkte Brücke zu echtem Diversity-Recruiting. Ein Sprachverständnistest für eine Rolle, die gar keine komplexen Sprachkenntnisse erfordert, bestraft beispielsweise Kandidat*innen, deren Muttersprache nicht deutsch ist, völlig zu Unrecht.

Zusätzlich muss dein Verfahren unverfälschbar sein. Wenn ein Fragebogen so durchschaubar ist, dass die Kandidat*innen einfach das ankreuzen, was du ihrer Meinung nach hören willst (die sogenannte soziale Erwünschtheit), misst du nicht die wahre Persönlichkeit, sondern nur die Anpassungsfähigkeit. Durchdachte Test-Designs und situative Interviewfragen verhindern genau das.

3.4 Normierung (Vergleichbarkeit)

Ein Testergebnis von 45 Punkten sagt absolut gar nichts aus, wenn du nicht weißt, wo der Durchschnitt liegt. Die Normierung liefert dir den Maßstab. Sie vergleicht die Ergebnisse einer Person mit einer repräsentativen Vergleichsgruppe (der Normstichprobe).

Wichtig für alle Recruiter*innen: Achte bei eingekauften Tests immer darauf, dass diese Normen aktuell sind und zu deiner Zielgruppe passen. Die Normwerte von männlichen Top-Managern aus den frühen 2000er Jahren helfen dir heute nicht weiter, wenn du junge Tech-Talente für dein Start-up bewerten willst.

Das hat zwei Gründe:

  1. Normen veralten: Gesellschaft, Werte und Bildungsniveau verändern sich. Werte aus den 2000ern spiegeln nicht das Mindset von heute wider (laut DIN-Norm sollten Normwerte spätestens alle 8 Jahre geprüft werden).
  2. Falscher Maßstab: Ein Manager bringt ganz andere Basiswerte mit als ein Berufseinsteiger. Wenn du dein Tech-Talent an der Manager-Norm misst, ordnest du völlig normale Ergebnisse plötzlich als “schwach” oder “unpassend” ein.

4. Vergleich: Unstrukturiertes vs. Strukturiertes Interview

Das klassische, freie Vorstellungsgespräch („Wir plaudern einfach mal und schauen, ob es menschlich passt“) ist in vielen Unternehmen extrem beliebt und gleichzeitig der größte Feind der Gütekriterien in der Personalauswahl. Wer einfach schaut, wohin das Gespräch führt, sammelt vielleicht Sympathiepunkte, aber keine verwertbaren Daten.

Strukturierte Interviews hingegen machen den Prozess messbar, vergleichbar und fair. Hier ist der direkte Vergleich, der zeigt, warum Struktur im Recruiting gewinnt:

Ein Bild vergleicht die Gütekriterien von unstrukturierten und strukturierten Interviews. Unstrukturierte Interviews basieren auf Bauchgefühl, sind weniger zuverlässig, messen oft Verkaufsfähigkeiten und sind anfällig für Vorurteile. Strukturierte Interviews verwenden definierte Fragen und Skalen, bieten gleiche Bedingungen, erfassen Jobanforderungen genau und schützen vor Diskriminierung. Das Logo von Applysia ist unten rechts zu sehen.

Wenn dir die Qualität deiner Einstellungsentscheidungen wichtig sind und du Fehlentscheidungen vermeiden willstt, führt deshalb kein Weg an strukturierten Verfahren vorbei.

Das bedeutet übrigens nicht, dass du roboterhaft einen Fragenkatalog ablesen musst und das Gespräch unnatürlich wird. Es bedeutet lediglich, dass du vorher exakt festlegst, was du messen willst und wie eine exzellente Antwort für die jeweilige Position aussieht.

5. Augen auf bei der Tool-Auswahl: 5 Kriterien, die ein gutes Auswahlverfahren erfüllen muss

Der Markt für HR-Software und Eignungsdiagnostik ist unübersichtlich. Neben fundierten Lösungen gibt es leider auch viele Anbieter, die eher modernes Kaffeesatzlesen als Wissenschaft verkaufen. Wenn du Diagnostik-Tools einkaufst oder deine Prozesse digitalisieren willst, musst du die Kontrolle behalten.

Nutze diese fünf Fragen als deinen persönlichen Qualitäts-Check, wenn du mit Anbietern sprichst:

  1. Sichert das Tool die Auswertungsobjektivität zu 100 %? Ein gutes Tool nimmt dir und deinen Fachbereichen die fehleranfällige Auswertung ab. Achte darauf, dass Scores und Ergebnisse automatisch und nach einem festen, manipulationssicheren Schema berechnet werden. Fehler durch manuelles Punkte-Zusammenrechnen in Excel-Listen sind dann Geschichte. Applysia berechnet alle Bewertungen und Scores vollautomatisch im Hintergrund, sodass fehleranfällige Excel-Listen, manuelle Übertragungsfehler und nachträgliches “Passend-Rechnen” komplett ausgeschlossen sind.
  2. Sind die Messverfahren wissenschaftlich valide? Frag den Anbieter ganz direkt nach der Validität. Ein seriöses Tool verzichtet auf Pseudopsychologie und misst exakt die Kriterien, die für die jeweilige Zielposition wirklich relevant sind (Stichwort: Anforderungsanalyse). Dank unserer Testintegrationen bindest du in Applysia wissenschaftlich fundierte, hochvalide Verfahren etablierter Diagnostik-Anbieter direkt in deinen Prozess ein. So misst du immer exakt das, was für den späteren Joberfolg wirklich zählt, ohne zwischen verschiedenen Plattformen wechseln zu müssen.
  3. Erlaubt die Software eine hohe Reliabilität durch Methodenvielfalt? Verlasse dich nie auf nur einen einzigen Datenpunkt. Die beste Software zwingt dich nicht in ein starres Test-Korsett, sondern lässt dich strukturierte Interviews, Fallstudien und Tests flexibel kombinieren, idealerweise visuell gestützt durch eine integrierte Anforderungs-Übungs-Matrix. Durch die integrierte, digitale Anforderungs-Übungs-Matrix in Applysia behältst du immer den Überblick und kannst verschiedene Interviewfragen und Assessment-Methoden so kombinieren, dass deine Messgenauigkeit maximal hoch ist.
  4. Schützt das Tool aktiv vor Bias? Die Software muss echte Diversität fördern. Das bedeutet: Sie leitet alle Beobachter*innen im Prozess durch standardisierte Bewertungsbögen (Rating-Skalen) und verhindert so, dass unbewusste Vorurteile das Endergebnis verzerren. Applysia führt alle Beobachter*innen strikt durch verhaltensverankerte Rating-Skalen, entzieht somit Bauchgefühl-Entscheidungen die Grundlage und schützt deine Auswahlprozesse systematisch vor unbewussten Vorurteilen.
  5. Stimmen Ökonomie und Candidate Experience? Die beste Eignungsdiagnostik bringt dir nichts, wenn die Einrichtung ewig dauert oder Bewerber*innen den Prozess entnervt abbrechen. Eine moderne Lösung fügt sich nahtlos in deinen Arbeitsalltag ein, ist DSGVO-konform und bietet den Kandidat*innen eine moderne, intuitive Oberfläche. Mit Applysia sparst du dir unzählige Stunden in der Vor- und Nachbereitung und bietest deinen Bewerber*innen gleichzeitig einen modernen, zu 100 % papierlosen Prozess, der auf ganzer Linie professionell wirkt.

Wenn ein Anbieter bei einer dieser Fragen ins Schwimmen gerät, solltest du Abstand nehmen. Es geht schließlich um die Qualität deiner Personalauswahl und damit um den Erfolg deines Unternehmens.

6. Fazit: Bessere Personalauswahl dank Gütekriterien

Wer heute die besten Talente gewinnen und teure Fehlbesetzungen vermeiden will, muss auf faire, transparente und datenbasierte Prozesse setzen. Die Gütekriterien der Personalauswahl sind dabei dein verlässlichster Kompass. Sie garantieren, dass du nicht einfach die Lautesten, sondern die wirklich passenden Menschen für den Job auswählst.

Doch diese methodischen Standards im hektischen HR-Alltag konsequent einzuhalten, ist mit Stift, Papier und wilden Excel-Listen fast unmöglich. Genau hier spielt die digitale Eignungsdiagnostik ihre echten Stärken aus: Sie übersetzt komplexe psychologische Vorgaben in einfache, nutzerfreundliche Workflows. Eine smarte Software sichert die Auswertungsobjektivität, schützt durch strukturierte Leitfäden aktiv vor unbewussten Vorurteilen und bietet deinen Kandidat*innen gleichzeitig eine zeitgemäße, professionelle Candidate Experience.

Wenn du sehen möchtest, wie einfach du höchste diagnostische Qualitätsstandards in deine eigenen Prozesse integrieren kannst, lass uns sprechen. Buche dir jetzt eine kostenlose Demo und wir zeigen dir live, wie du mit Applysia fundierte, faire und treffsichere Einstellungsentscheidungen triffst.

Was sind die wichtigsten Gütekriterien in der Personalauswahl?

Die drei Hauptgütekriterien, die oft auch als „Big Three“ bezeichnet werden, sind Objektivität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit). Sie bauen zwingend aufeinander auf und bilden das absolute Fundament jeder professionellen Personalauswahl. 

Was sagt die Validität in einem Auswahlverfahren aus?

Die Validität (Gültigkeit) verrät dir, ob ein Verfahren den tatsächlichen späteren Berufserfolg vorhersagen kann. Sie stellt sicher, dass ein Test oder Interview wirklich das misst, was für die Zielposition relevant ist, und schützt davor, unpassende Standard-Tests nach dem Gießkannenprinzip einzusetzen.

Was ist ein guter Wert für die Reliabilität (Zuverlässigkeit) eines Tests?

Die Messgenauigkeit wird durch den Reliabilitätskoeffizienten ausgedrückt, dessen Wert immer zwischen 0 und 1 liegt. Die offizielle Qualitätsnorm DIN 33430 gibt zwar bewusst keine starren Grenzwerte vor, jedoch gelten für die Bewertung einzelner Kandidat*innen in den meisten Fällen Werte über 0.90 als sehr gut.

Was sind Nebengütekriterien und warum sind sie wichtig?

Während die Hauptkriterien das wissenschaftliche Fundament bilden, dienen die Nebengütekriterien als Realitäts-Check, um zu prüfen, ob ein Test in der echten Arbeitswelt überhaupt praktikabel ist. Dazu zählen Faktoren wie die Ökonomie (Kosten-Nutzen-Verhältnis), die Zumutbarkeit für Bewerber*innen (Candidate Experience), Fairness, Unverfälschbarkeit und die Normierung zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse. 

Warum ist ein strukturiertes Interview besser als ein unstrukturiertes?

Strukturierte Interviews nutzen vorab definierte Fragen sowie klare Rating-Skalen, was den gesamten Prozess messbar, vergleichbar und fair macht. Das klassische, unstrukturierte Gespräch driftet hingegen thematisch oft ab, stützt seine Bewertung auf Tagesform oder Bauchgefühl und ist extrem anfällig für Diskriminierung.

Quelle

Diagnostik- und Testkuratorium (Hrsg.). (2018). Personalauswahl kompetent gestalten: Grundlagen und Praxis der Eignungsdiagnostik nach DIN 33430. Springer-Verlag.

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